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OMCap 2015: Zurücklehnen, Popcorn essen und die Show genießen…

Geschrieben unter Allgemein, News / Geschrieben von: Mario Jung
10
Okt

Es war wie immer… damit meine ich nicht die OMCap, sondern die Tatsache, dass es in Berlin IMMER regnet und echt kalt ist, wenn ich hier bin. Das war schon bei der PMI so (und die war im Juni, sprich im Sommer) und auch dieses Mal zum Zeitpunkt der OMCap hat mich das Berliner Wetter wieder nicht enttäuscht und mir keine Ausnahme der Regel beschert.

Leider…

Trotzdem hab ich mich bei tristem Wetter um 7.30 Uhr auf den Weg von meiner Unterkunft in Berlin-Kreuzberg zur KulturBrauerei gemacht. KulturBrauerei??? Für mich war es ja das erste Mal bei der OMCap, aber scheinbar haben die ersten vier Auflagen der Konferenz in einer anderen Location (Cosmos???) stattgefunden, so dass es einige Dauerbesucher wohl ohne nachzudenken in die falsche Location gelockt hat. Organisator Andre hatte aber vorgesorgt und extra Personal vor der alten Location positioniert, um die der Gewohnheit geschuldeten Irrgänger (Lieber Karl… war was?) schnellstmöglich zur neuen Location zu lotsen.

A propos neue Location…. Da ich die alte Veranstaltung nicht kenne, kann ich nicht vergleichen, aber ich kann zumindest einen generellen Eindruck schildern:
Insgesamt beurteilt, finde ich die Idee eine derartige Tageskonferenz in einem Kino auszurichten sehr smart. Da hast Du die ganze Infrastruktur (Audio, Leinwand, usw.) für eine derartige Konferenz und nebenbei auch Sitze mit Getränkehaltern. Nice, Nice, Nice… Der einzige negative Kritikpunkt war vielleicht, dass die Location sehr dunkel war. Nach 8 Stunden in den Kinosälen trägt manch einer doch ein sehr beklemmtes Gefühl mit ich rum, so dass die Erleichterung beim Verlassen des Gebäudes doch merklich ist.

Kleiner Exkurs: Das war übrigens auch der einzige Kritikpunkt unserer Besucher im September zur Wahl des Wiesbadener Schlachthofs als Location für den OMT 2015. Aber das ist halt dann oft der Trade off, der eingegangen werden muss. Coole, praktische Location, aber halt etwas dunkel. So what…

Im Falle der OMCap sehe ich es nicht allzu dramatisch, weil das Wetter war eh mies und selbst mit helleren Räumen hätte es höchstens einen tristen, grauen Touch erzeugt.
Mir hat die Wahl gefallen, vor allem weil der Besucher direkt mit einem schönen „Kino-Popcorn-Duft“ empfangen wurde. Ich kann bestätigen, auch um 09:00 Uhr morgens bekommt man mit dem Duft sofort Bock auf Kino.
Komme ich mal zum Programm:

Andre Alpar eröffnet die OMCap
Andre Alpar eröffnet die OMCap

Nach der Begrüßung durch Andre, wartet die OMCap mit drei zeitgleichen Speaker-Tracks auf, die einem schon die Möglichkeit geben, zu jeder Zeit ein interessantes Thema zu verfolgen. Für folgende sieben Tracks habe ich mich entschieden:

1. Wesentliche Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungsansätze an der Schnittstelle zwischen Marketing und BI – Ein Überblick (Florian Heinemann)

Einer der Vorträge, auf die ich mich im Vorfeld am meisten gefreut habe. Mal abgesehen davon, dass er sich mit einer Mittelohrentzündung und Antibiotika (Gute Besserung by the way) zur OMCap gequält hat, war sein Vortrag sehr spannend. Sicherlich nichts für Anfänger, im Gegenteil… Ich denke, dass sich nur wenige deutsche Online Marketers mit der Problematik rumschlagen, mit der sich Florian tagtäglich konfrontiert sieht.

Interessant finde ich aber eine seiner Kernaussagen: Firmen mit IT-DNA im Gründer- bzw. Geschäftsführerteam sind erfolgreicher wie Unternehmen ohne diese Expertise bzw. Firmen, die sich diese Expertise einkaufen müssen. Rein aus Erfahrung kann ich das zu 100% bestätigen, wie wahrscheinlich jeder, der mal ein Internet-Startup ohne IT-Experten gegründet hat.
Ansonsten kritisierte er ein wenig, dass die Unternehmer noch nicht genug in mobile Lösungen denken und versuchte zu erklären, warum gerade bei der Erfassung von Rohdaten die Nutzung eines Dienstleisters besser ist, wie eine eigene Lösung (Make- or Buy-Decision).

Weitere Kernaussagen des Vortrags:
– „Das Sammeln und Beherrschen propietärer User-Kunden-bezogener Daten ist der Schlüssel“
– In jedem Unternehmen sollte es eine Person (oder Abteilung) geben, die sich nur mit Database beschäftigen kann und die „volle“ Rückendeckung der Geschäftsführung haben
– „Pick your fights“
– „Datensilos“ sind zu vermeiden

2. Cross-Channel Marketing Strategien in der Praxis (Manuel Hinz, Markus Wübben)

Der Vortrag war sehr gut aufgeteilt in Theorie und Praxis. Manuel versorgte uns mit der Theorie, die Markus in praktischen Fallbeispielen vertiefte und noch anschaulicher gestalten konnte.
Fazit: Firmen denken heute noch zu viel in Kanälen. Oftmals gibt es sogar für jeden Kanal (Facebook-Marketing, Email-Marketing, usw.) einen festen Ansprechpartner. Welche personelle Aufstellung hier die sinnvollste Lösung wäre, wollten sich die Speaker auch nicht festlegen, nur sollte mehr kanalübergreifend gedacht werden.
Explizit wurde vor allem darauf eingegangen, dass man nicht nur in die Generierung von Emailadressen denken sollte, da es mittlerweile weitere sehr spannende Möglichkeiten des Kundenkontakts gibt, wie z.B. Safari Notifications, die nur einem Single-Opt-In unterliegen.

3. E-Mail Marketing 3.0: Totgesagte leben länger – Das Revival eines vermeintlich altmodischen Kommunikationskanals (Melanie Riedel)

In diesem Vortrag gab es eigentlich nicht viel neues. Der Titel war allerdings schon so gewählt, dass dies jeder wusste, der in den Vortrag ging. Deshalb will ich meine Aussage auch nicht negativ behaftet wissen.
Insgesamt war es ein toller Vortrag mit guten Beispielen, der einem quasi noch mal in Erinnerung gerufen hat, dass die Emailkommunikation immer noch die effektivste und nachhaltigste ist und dies wahrscheinlich auch noch lange so bleiben wird, obwohl sie bei den vielen Hype-Themen im Online Marketing nicht mehr so im Fokus steht.

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4. Menschen machen Marketing – Warum Word of Mouth und Collaborative Marketing die Zukunft sind (Mark Leinemann aka Mr.WOM)

Mr.WOM hat einen guten Einstieg in das Thema gefunden. Kurzgefasst hat er uns dargestellt, dass wir viel zu datengetrieben sind und viel zu wenig auf den Kunden achten. Ja, die meisten werden jetzt argumentieren, wenn ein Unternehmen auf Daten achtet, dann wird ja automatisch auch auf das Kundenverhalten geachtet. Die Kunden produzieren ja die Daten.
Fakt ist, wenn niemand direkt mit dem Kunden redet bzw. den Kunden wirklich persönlich wertschätzt, dann fangen die Kunden an untereinander zu sprechen (Word of Mouth).

Fazit: Es geht nur über die Wertschätzung des Kunden und der Mitarbeiter. Beide sind die perfekten Markenbotschafter für jedes Unternehmen.
Besonders hängen geblieben, ist bei mir die Geschichte mit der Wynn-Eröffnung in Vegas. Das Wynn-Management hat zwei Tage vor der Eröffnung des Hotels alle Taxi-Fahrer aus Vegas eingeladen, das Hotel zu besichtigen, im Kasine zu spielen und die Shows des Hotels zu genießen.
Ca. 2.000 Taxi-Fahrer sind natürlich die besten Multiplikatoren in der Stadt. Sie befördern die Kunden zum Hotel, Sie haben oft den Small-Talk mit den Hotel-Kunden auf der Fahrt und können sich ein derartiges 5-Sterne-Hotel normalerweise nicht leisten. Ist klar, dass diese 2.000 Multiplikatoren nur positiv von dem Hotel reden und dementsprechend gute Werbung verbreiten bei so einer Aktion. Ein Parade-Beispiel von gutem Word-of-mouth-Marketing.

5. Markenbotschafter 2.0: Warum die Influencer schon im Unternehmen sitzen (Tobias Röver)

Ein Vortrag rund um Mitarbeiter-Engagement im Fallbeispiel Microsoft Deutschland. Sehr interessant, allerdings nur für Firmen, die auch eine große Mitarbeiter-Base haben. Im Falle von Microsoft Deutschland sind es nach Aussage von Tobias knapp 2.000 Personen. Klar, kann man auch in kleineren Unternehmen machen, aber ob sich dann der Aufwand lohnt???

Tobias hat sehr viel über Erfolge, aber auch über Dinge gesprochen, die besser gemacht werden könnten. Das Projekt steckt wohl auch bei Microsoft noch in den Kinderschuhen (ca. 3-4 Monate).

Auf die Frage, welche Dinge er beim nächsten Mal besser machen würde, war die Antwort ziemlich klar. In Deutschland sind Betriebsräte sehr stark. Der Betriebsrat wurde wohl insgesamt zu spät bei dem Projekt abgeholt und wie die meisten wissen… wenn jemand (vor allem ein Betriebsrat) zu spät abgeholt wird, dann reagiert er meistens verschnupft.

Des Weiteren hat sich Microsoft für das Tool „sociabble“ (ein französischer Anbieter) entschieden, weil der Dienstleister wohl eine sehr gute Gamification-Lösung anbietet. Mal abgesehen davon, dass ich mich gewundert habe, dass Microsoft als DAS Tech-Unternehmen hier keine eigene Lösung bereitstellt, erwähnte Tobias, dass diese Gamification-Lösung (Punkte für Aktivität des Mitarbeiters) in dem Programm in anderen Ländern sehr gut funktionieren würde, aber in Deutschland aufgrund des Betriebsrats nicht (oder vorerst nicht) möglich sei.

6. Getting geeky with site speed: Easy and not-so-easy ways to speed up your site (Ian Lurie)

Dies war der einzige englischsprachige Vortrag, den ich besucht habe. Und es hat sich gelohnt… Wahnsinn, wie viele Möglichkeiten es gibt, um den Pagespeed einer Webseite zu verbessern.
Die wichtigsten Aussagen:
– Der Ausschlag der Ladezeiten auf die Google-Rankings ist eher gering (das dachte ich bisher anders)
– Der Ausschlag auf die Conversion der Webseite ist riesig

(siehe Bild)

Nach der Vorstellung einiger möglichen Diagnosetools für Pagespeed, ging Ian auch direkt in die Materie. Für alle Nichtprofis zusammengefasst: Achtet drauf, dass alle Bilder auf eurer Webseite ordentlich komprimiert sind, Euer html-Code nicht zu groß wird (auch wenn er nicht für den Besucher sichtbar ist) und über das Thema Lazy-Loading sollte nachgedacht werden. Mal abgesehen davon, dass Ian ca. 10 unterschiedliche Ansätze zur Pagespeed-Verbesserung vorgeschlagen hat, ist Lazy-Loading auch ein Thema, mit dem ich mich aufgrund der erhöhten Relevanz holistischer Inhalte demnächst mehr widmen möchte.
Übrigens: Die wichtigsten Links seiner Präsentation findet Ihr unter http://portent.co/speedy-sites

7. Ein smarter Hebel im Online Marketing (Karl Kratz)

Kommen wir zu dem Vortrag, wegen dem ich mich eigentlich auf den Weg in die Hauptstadt gemacht habe. Es war natürlich sehr clever von Andre, Karl in den letzten Slot zu legen, weil auf diese Art und Weise jedem Besucher die Überlegung genommen wird, früher nach Hause zu gehen. Ich würde sagen, dass ein Vortrag von Karl auch besser dazu dient, wie eine gut organisierte Abendveranstaltung, aber das ist natürlich eine subjektive Meinung von mir.
Natürlich habe ich als regelmäßiger Kratz-Seminar-Besucher schon viel von seinen präsentierten Inhalten gehört, aber auch zur Auffrischung hat es sich gelohnt.

Trotzdem hat er durch seine coole, lockere Art meine Erwartungen absolut bestätigt. Vor allem hat er auch bestätigt, warum ich Karl gerne selbst als Speaker beim OMT 2015 bzw. OMT 2016 begrüßen würde. Leider hat Karl ja schon öffentlich gemacht, dass er sich 2016 nicht auf öffentlichen Events (Konferenzen usw.) beteiligen wird. Lieber Karl: „Falls Du Dir das noch mal anders überlegst, möchte ich Dir gerne den roten Teppich für unser Event in Wiesbaden ausrollen. Nimm es mir bitte nicht übel, wenn ich Dich trotzdem noch mal für 2016 anspreche.“
Zum Vortrag:
Besonders hörenswert finde ich Karl seine Vorträge immer, weil er so coole Beispiele präsentiert.
Beispiel gefällig?
Ein Bauer kauft eine Kuh von einem anderen Bauern. Er zahlt im direkt 100 € und möchte sie in einer Woche abholen. Nach einer Woche kommt der Käufer und erfährt, dass die Kuh kurzfristig verstorben sei, der Bauer aber auch schon das Geld ausgegeben habe. Also nimmt der Käufer wenigstens die tote Kuh mit. Obwohl der Verkäufer sehr verwundert war, dass er die tote, unnütze Kuh haben will, gab er sue ihm natürlich mit.
Als sie sich später wieder trafen, fragte ihn der Bauer, was er mit der Kuh gemacht hätte und der Käufer sagte, dass er sie für 1.000 € weiter verkauft habe. Eine Rendite von 900 %.
Auf Nachfrage, wie er das gemacht habe, sagte der Käufer, dass er eine Tombola mit 500 Losen a 2 € gemacht habe. „Gab es keine Reklamationen, weil die Kuh tot war?“. „Doch… aber nur vom Gewinner und dem habe ich einfach seine 2 € für das Los wieder zurückerstattet.”

So viel zum Thema „smarte Hebel im (Online)-Marketing“.

Von diesen Beispielen gab es noch jede Menge mehr…
Der Vortrag handelte des Weiteren von goldenen Bären-Hasen, grün-gelbe Ausscheidungen bei Babys und konstante Anbendelversuche von Karl bei Richard.
Spaß beiseite: Fokus auf die geilen Inhalte. Durchschnittliche und schlechte Inhalte sind Bullshit und kosten nur Ressourcen. Löschen… Löschen… Löschen… bzw. die guten Teile des schlechten Contents nutzen, um den besten Inhalt zu einem Thema ever zu erstellen.

twitter karl quote

Ein weiteres Thema war die Automatisierung der Email-Kommunikation, sogenannter Ever-Later. Newsletter kosten uns wertvolle Lebenszeit und sorgen für negativen Druck. Und wahrscheinlich habe ich noch viele geile Messages vergessen, aber bevor ich Karl noch weiter den Hintern pudere, komme ich mal zu den Dingen, die bei der OMCap noch etwas “anders” waren:

  • Ab 11 Uhr gab es All-you-can-eat-Popcorn. Super- Idee… Vor allem zum Werfen in den Kinosälen
  • Ab 12 Uhr gab es Massagen, die ich aber nicht bewerten kann, weil ich nicht in den Genuss kam. Hat ja auch nicht direkt etwas mit Online Marketing zu tun…
Andre Alpar Hot dogs
Hot Dogs essen mit OMCap-Organisator Andre Alpar

Die Abendveranstaltung:
Hot Dogs, Hot Dogs, Hot Dogs (von Zalando), Flammkuchen (von finanzen.de), Eis (von SEMrush), Frikadellen, Zigarren und nebenbei auch jede Menge zu trinken. Leider musste ich als glühender Fußball-Fan um 20 Uhr das Event verlassen, um das “hochklassige” EM-Qualifikationsspiel gegen Irland zu sehen. Danke übrigens für nichts. Liebe Mannschaft, das hättet Ihr Euch wirklich sparen können…

Ach so… Ansonsten habe ich mich natürlich gefreut Hofheimer-Homies (Nadja und Dennis) zu treffen bzw. unseren angehenden Speaker Carlo Siebert endlich mal persönlich kennen zu lernen.

Fazit zur OMCap 2015:
Wenn jemand meckern möchte, dann findet er ja immer etwas. Sei es die erwähnten dunklen Räume, immer mal ausfallendes W-Lan (ein immer noch ungelöstes Problem von derartigen Großveranstaltungen), das ausgebliebene Frühstück (ja, Mist, ich hätte mir vorher ein Brötchen holen sollen, aber es gab ja Popcorn) oder die Tatsache, dass im Raum „Semrush“ immer mal Probleme mit der Technik auftraten. Da ich aber als Veranstalter weiß, dass dies keine wirklich gravierenden Dinge sind, fällt mein Fazit sehr positiv aus. Coole Speaker mit der nötigen Tiefe, die Du für ein derartiges Event im Online Marketing-Hotspot Berlin sicherlich benötigst. Es war eine rundum kurzweilige Veranstaltung, bei der ich nach langem auch mal wieder gute Berliner Currywurst gegessen habe.
Hätte Andre uns noch mit der Vorpremiere von Star Wars VII überrascht, hätte ich dem Event sogar eine 1+ gegeben.

Hier findet Ihr weitere Recaps zur OMCap 2015:

Lisett Enge – Projecter
Sven Deutschländer – seo-profi-berlin.de
Recap der VOTUM GmbH




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