Interview mit Ulv Michel (Vorstand der OMSAG)

Im Vorfeld des OMT 2016 möchten wir Euch immer wieder spannende Persönlichkeiten bzw. Unternehmen präsentieren, die das Team rund um den OMT 2016 unterstützen.

Die Online Marketing Solutions AG (kurz: OMSAG) wird beim diesjährigen OMT unter anderem als Aussteller vertreten sein. Außerdem habt Ihr die Gelegenheit, im Vortrag von Adrian Sievering, Leitung des SEA-Teams der OMSAG, mehr zum Thema Google AdWords zu erfahren!

Unser heutiger Interviewpartner ist Ulv Michel, Vorstand der OMSAG, der uns hier im Interview mit spannenden Insights aus dem Tagesgeschäft einer großen Agentur konfrontiert.

OMT: Hallo Ulv, bitte stell Dich doch unseren Lesern und Besuchern vor. Wer bist Du, was machst Du und spare nicht an Informationen zu Deiner Person.

Michel_OMSag

Ulv Michel: Gerne. Seit 2012 bin ich Unternehmensvorstand der OMSAG. Zuvor habe ich die IT-Abteilung und das Großkundenteam des Unternehmens geleitet und bin daher schon längere Zeit mit der OMSAG verwurzelt. Bevor ich den Weg in die Intermarketing-Branche einschlug, habe ich zunächst mein Studium zum Diplom-Kaufmann mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik abgeschlossen. Anschließend war ich über mehrere Jahre in verschiedenen Führungspositionen in der Technologie-Branche tätig. Bei der OMSAG habe ich seit Beginn viele Entwicklungs-Phasen miterlebt und mitprägen können. Während dieser Zeit haben wir uns stark weiterentwickelt, eigene Tools entwickelt, die unsere Leistungen ergänzen, unser Portfolio zu einem Full-Service ausgeweitet und uns auch strukturell vergrößert. So sind wir heute einer der führenden deutschen Online-Marketing-Dienstleister, mit dem ich mich sehr verbunden fühle.

OMT: Die OMSAG ist eine Online-Marketing-Agentur, mit mehr als 100 Mitarbeitern, mehreren Standorten und klaren Unternehmensgrundsätzen. Wie schwierig ist es, solch ein großes Unternehmen in einem doch sehr innovativen und sich schnell wandelnden Gebiet wie dem Online-Marketing zu führen?

Ulv Michel: Natürlich kann es zur Herausforderung werden, so flexibel auf wichtige Marktentwicklungen mit den passenden Lösungen zeitnah zu reagieren. Auf der anderen Seite profitieren wir stark von unserer Man-Power und einer anpassungsfähigen Struktur. Diese ermöglicht uns, wann immer nötig, neue Methoden und Tools in bestehende Arbeitsprozesse einzubinden. Ein wichtiger Bestandteil ist beispielsweise unsere IT-Entwicklungsabteilung. Hinzu kommen aber in erster Linie natürlich unsere Fachexperten in den Teams für SEO, AdWords, Social Media, CRO und Webentwicklung. Bei der OMSAG bündeln wir daher viele Fachgebiete: die ideale Basis, um über den “Tellerrand“, sprich die eigenen Abteilungsgrenzen, hinauszudenken. Kommunikation ist dabei natürlich ein relevanter Faktor. Die eine Hand muss wissen, was die andere tut: Die Teams arbeiten im stetigen Wissensaustausch. Auf diese Weise bringen wir eine Menge Know-how zusammen und können auch umfassendere Projekte sehr effektiv realisieren. All die genannten Komponenten bilden unser Qualitätsversprechen an unsere Kunden und grenzen uns von vielen Wettbewerbern ab. Trotz des sich schnell wandelnden Markts bleibt eines immer konstant: Unser Ansporn, bedarfs- und budgetgerechte Lösungen zu bieten – den idealen Online-Marketing-Service für jeden individuellen Kunden. So wie es schon unser Slogan beschreibt: marketing meets vision.

OMT: Ihr betreut mittlerweile mehrere Tausend (!!!) Kunden im Bereich Online-Marketing. Welche Unternehmen betreut Ihr, welche Voraussetzungen sollte ein Kunde mitbringen, damit er von Euch betreut werden kann?

Ulv Michel: Das stimmt, im Laufe der Jahre realisierten wir eine Vielzahl unterschiedlichster Projekte. Der Bandbreite unseres Kundenportfolios sind dabei per se keine Grenzen gesetzt: Neben kleinen und mittelständischen Firmen betreuen wir auch Großunternehmen, mitunter einige bekannte Marken. Unsere Kunden sind überdies in allen möglichen Branchen im B2C- und B2B-Bereich tätig. Grundsätzlich sind also jegliche Unternehmen bei uns an der richtigen Adresse. Sich auf bestimmt Brancheneigenheiten einzustellen – auch das kann natürlich eine Herausforderung sein. Demgegenüber stehen aber unsere langjährige Erfahrung, ein von Anfang an sehr diverses Kundenspektrum und intensive Vorab-Briefings. Beide Seiten sollten ihre Erwartungen im Vorfeld offenlegen. Das ist meiner Meinung nach maßgeblich für den Erfolg jedes einzelnen Projekts, ebenso wie klar definierte Ziele. Nur so können wir unsere Kunden hinsichtlich ihres persönlichen Erfolgspotenzials optimal beraten. Gerade im Online-Marketing ist aber ein Bewusstsein dafür hilfreich, dass sich Erfolge nicht immer von heute auf morgen einstellen.

OMT: Kommen wir zu den fachlichen Fragen. Was sind für Dich momentan die absoluten Online-Marketing-Trends, mit denen sich jeder unbedingt beschäftigen sollte?

Ulv Michel: Weniger ein Trend als sicher langfristig bedeutend: die endlose Customer Journey, die nicht mehr linear verläuft, sondern wiederholt Berührungspunkte zwischen Marken und ihrer Zielgruppe schafft. Die Digitalisierung hat dies ermöglicht. Sie vernetzt verschiedene Geräte, Plattformen und Dienste miteinander und schafft so fortwährend neue Touchpoints zum Kunden.

Die Herausforderung ist, diese Nutzergewohnheiten zu verstehen und zur richtigen Phase der Kundenreise die richtige Botschaft auszusenden. Wo befindet sich der Nutzer gerade? Will er etwas kaufen oder erstmal nur Informationen sammeln? Das sind nur einige von vielen Fragen, die dabei eine Rolle spielen. Smart Wearables zum Beispiel und innovative Apps sorgen dafür, dass wir permanent solche Berührungspunkte hinzugewinnen. Natürlich aber auch Messaging-Dienste und Soziale Medien.

OMT: Stichwort Soziale Medien, ihr verfügt ja über ein eigenes Social Media-Team. Was zählt in diesem Bereich aktuell zu den Trends?

Ulv Michel: Im Bereich Social Media lassen sich vermehrt Live-Streaming-Formate beobachten. “Real-Time“ lautet hier das Stichwort: noch schneller und näher am Geschehen. Zurzeit scheinen insbesondere Nachrichtenmedien diesen Trend für sich zur nutzen. Auch Messaging-Apps wie Snapchat darf man an dieser Stelle sicher nicht ganz unerwähnt lassen, aber genauso wenig aus Euphorie zum ultimativen Erfolgsfaktor erheben. Daher beobachten wir solche Entwicklungen und schauen uns genau an, was für welche unserer Kunden künftig relevant ist.

Individueller nativer Content rückt aber plattformübergreifend mehr in den Fokus. Die etablierten Netzwerke möchten immer weniger als „Verteilungsmaschine für Links“ betrachtet werden, sondern als ein wichtiges Element in der Kommunikationsstrategie eines Unternehmens, für das spezieller Content produziert wird.

OMT: Stell Dir vor, Du arbeitest ab sofort in einem neuen Internet-Startup und bist dort für den Bereich Online Marketing verantwortlich. Wie würdest Du starten bzw. was wären deine ersten Schritte. Mit welchen Bereichen des Online-Marketing würdest Du Dich zuerst auseinandersetzen?

Ulv Michel: Grundlegend stellt sich erstmal die Frage: Was sind zum Zeitpunkt kurz nach Neugründung die übergeordneten Unternehmensziele? Aber für die Zielgruppe interessante Inhalte sind fast immer maßgebliche Grundvoraussetzung, unabhängig davon, welche Richtung man zu Beginn einschlägt. Nur so kann ich nachhaltig auf mich aufmerksam machen, also beispielsweise SEO betreiben, AdWords schalten oder eine Community im Social Web aufbauen.

Gute Themen, hochwertiger Content, der Aufbau einer Unternehmens-Website und vielleicht auch eines Blogs – all das sind zu diesem Zeitpunkt wichtige Überlegungen. Im nächsten Schritt kann ich mit geeigneten Online-Marketing-Maßnahmen Aufmerksamkeit auf mich ziehen. Welcher Maßnahmen-Mix hier der richtige ist, lässt sich aber so pauschal nicht sagen. Dafür bedarf es einer ganz individuellen Betrachtung. SEO ist zwar ein langfristig ausgerichtetes Gebiet, sollte man aber gleich zum Start auf dem Schirm haben: Bereits bei der Content-Erstellung muss ich beispielsweise wissen, in welchem thematischen Kontext potenzielle Kunden auf meine Produkte oder Leistungen stoßen und diese als hilfreich erachten.

OMT: Wo siehst Du die größten Gefahren für ein Startup in Bezug auf seine Online-Marketing-Maßnahmen?

Ulv Michel: Ein mögliches Risiko kann darin bestehen, gleich aufs Ganze gehen zu wollen. Sprich: unzählige Webmarketing-Maßnahmen anzugehen, die zunächst ins Leere laufen. Eine solide Basis muss her, um als Unternehmen eine passgenaue Strategie zu entwickeln: Das Thema Content hatte ich in dem Zusammenhang gerade schon zur Sprache gebracht. Nur so lassen sich Schritte tatsächlich auch sinnvoll aufeinander aufbauen. Dabei hilft eine Planung, die bestimmte Ziele festlegt und terminiert. Man kann sich ruhig trauen, gewisse Maßnahmen hintenanzustellen, sollte sie aber bereits von Beginn an berücksichtigen. Ein ganz simples Beispiel: Wenn man die Webseite plant und ein Shooting dafür durchführt, sollten hier bereits Bilder erstellt werden, die später beispielsweise in Werbeanzeigen verwendet werden können.

OMT: Hast Du im Vorfeld bereits einen wichtigen Tipp, den Du jedem Online-Marketing-Interessierten an der Stelle unbedingt geben möchtest?

Ulv Michel: Finger weg von der „eierlegenden Wollmichsau“! Wenn wir eins nach all den Jahren im Online-Marketing gelernt haben, dann, dass man nicht immer alles wissen und können kann. Es ändert sich fast täglich irgendetwas und jeder von uns hat nur 24 Stunden pro Tag, um sich irgendwie auf dem Laufenden zu halten. Ein Team aus Experten auf ihrem Gebiet wird immer produktiver arbeiten als eine One-Man-Show.

OMT: Vielen Dank für Dein Interview.

Besucht das Team der OMSAG an ihrem Stand beim OMT 2016. Das Team steht Euch den ganzen Tag für weitere Fragen zur Verfügung. Außerdem könnt Ihr Team-Mitglied Adrian Sievering um 09:30 Uhr in Raum 3 bei seinem Vortrag zum Thema „Google AdWords für eCommerce – ein Blick über den Tellerrand“ erleben.